Aurale Architektur

 

Sie rufen an eine Wand und hören ein Echo. Was nehmen Sie wahr – einen zweiten Ton oder die Wand?

 

Von Muray Schäfer wurde der Begriff „soundscape“ geprägt. Damit ist – in Anlehnung an den „landscape" – das Total aller Schallwellen gemeint, die das Ohr wahrnimmt und zu einem akustischen (Landschafts-)Bild zusammenfügt.

 

Es gibt aber zwischen „soundscpae“ und „landscape“ einen grundlegenden Unterschied: Ein "landscape" entsteht durch die Reflektion von (Sonnen)-Licht. Er hat selbst keine Leuchtkraft. Ein "soundscape" entsteht zwar auch durch Reflektionen, Schallreflektionen. Er setzt sich aber auch - und in erster Linie - aus einer Summe akustischer Ereignisse zusammen, wie ein Sternenhimmel aus vielen Lichtquellen besteht, die selbst leuchten.

 

Aurale Architektur ist die bewusste Gestaltung eines „soundscapes“. Sie vereint die Komposition der Musik, die Verteilung und Bewegung der Schallquellen (und der Hörer), die akustische und szenografische Gestaltung und sie versteht den Aufführungsraum als Teil des Kunstwerks, nicht als Ort wo das Kunstwerk aufgeführt wird.

 

Klangraum Gysin konzipiert Aufführungsräume für Musik, entwirft aber auch gesamte aurale Architekturen.